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Mrz 17 18

Veranstaltung

by rappe

Killing Exotism – Sounds against white supremacy

Der Begriff des Exotismus beschreibt die verfremdende und exotisierende Bezeichnung und Markierung von Gruppen, Kulturen und Menschen anderer ethnischer Herkunft, um sie einerseits zum Objekt des Begehrens stilisieren zu können und sie andererseits klar auszugrenzen aus der „eigenen“, vermeintlich exklusiven Herkunftskultur.

Mit dem Aufkommen neuer Musikstile wie Afrotrap, Afrobeat und den neuen Einflüssen im Hip Hop der durch Künstler wie Megaloh und seine Black Superman Gang (BSMG), Leila Akinyi oder Trettman und das im Hintergrund arbeitende Produzententeam Kitschkrieg, werden nun musikalische Bezüge und Klänge im „deutschen“ musikalischen Mainstream zunehmendpopulärer die offen afrikanische Popmusik als Grundlage nutzen auf die teilweise nur noch Raps in deutscher Sprache gelegt werden. Auch aus den USA stammende Musiker und Produzenten, wie beispielsweise die Band The Roots um Drummer Questlove oder auch Sängerin Erykah Badu, ließen sich bereits in den letzten Jahren von Künstlern, wie beispielweise Afrobeat-Ikone Fela Kuti inspirieren.

Statt wie vorher klar US-Bezüge als identitätsstiftendes Merkmal zu nutzen und somit in einem zwar afroamerikanisch inspirierten aber doch klar eingehegten weißen Mainstream zu operieren, beginnen die genannten Künstler zunehmend eindeutig afrikanische Musik und Kultur als identitätsstiftende Elemente in der Musik zu postulieren und lösen sich somit von der westlich-weißen Mainstreamkultur als Ausgangspunkt und Operationsfeld.

Im Kontext dieser Entwicklung möchten wir mit unserer Veranstaltung diskutieren ob dieser Trend die Frage zulässt das der früher durch weiße Bildungseliten praktizierte Exotismus stirbt oder ob sich einfach neue Felder einer ausbeutenden Aneignungspraxis öffnen, denen es kritisch zu begegnen gilt.

Dies möchten wir auf einem Panel im Club Bahnhof Ehrenfeld am 10.03.2018 unter der Moderation von Christian Werthschulte (WDR COSMO) diskutieren. Mit dabei sind außerdem Prof. Dr. Michael Rappe, Dozent für Musikgeschichte und Theorie der Populären Musik an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, das afro-futuristische Duo Gato Preto, sowie Kölns Lokalmatadorin Leila Akinyi. Letztere spielt im Anschluss an die Diskussion ein Konzert, bevor die Türen für die HUSH HUSH Party geöffnet werden. Auf dieser tritt der aufstrebende Londoner Afrobeat-Künstler RAMZ auf und beschließt somit die Veranstaltung.

 

Datum: Samstag, 10.03.2018

Ort: Club Bahnhof Ehrenfeld

Bartholomäus-Schink-Str. 65/67

50825 Köln

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Jan 30 18

Reklame

by rappe

VOM GASTARBEITER ZUM GANGSTA-RAPPER?

HipHop, Migration und Empowerment

Von den Anwerbeabkommen der 1960er Jahre über die HipHop Old School bis zum aktuellen Straßenrap

 

Eine multimediale Lesung mit Murat Güngör und Hannes Loh

Am Samstag, 17. Februar 2018, im DEDICATED STORE in der Hamburgerstraße 18 am Hansaring.

Beginn 19:00. Veranstaltung ist kostenlos.

 

Mit ihrem Buch „Fear of a Kanak Planet“ haben Murat Güngör und Hannes Loh schon 2002 eine Debatte über HipHop, Migration, Rassismus und Verantwortung angestoßen. Inzwischen beschäftigen sich die beiden ehemaligen Rapper mit dem aktuellen Phänomen des Gangsta- bzw. Straßenrap und bringen dieses Genre in Verbindung mit der ersten Generation von Einwanderern in die BRD, den so genannten Gastarbeitern.

Auf ihrer multimedialen Lesung bringen Güngör und Loh die kulturellen Empowerment-Strategien der ersten Einwandergeneration (der „Gastarbeiter“) in einen Zusammenhang mit der Entwicklung von HipHop in Deutschland. Dies soll helfen, das relativ junge Phänomen „deutscher Gangsta-Rap“ einzuordnen und den Einfluss von Migrationserfahrung, Marginalisierung und die daraus erwachsenden Konzepte der Selbstermächtigung besser zu verstehen. Auch die Werte und die Besonderheiten der ersten HipHop-Generation in Deutschland, der „Alten Schule“, werden in diesem Zusammenhang diskutiert.

Manifestierte sich die Selbstermächtigung der 1. Generation von Einwanderern vor allem auf einer ökonomisch-sozialen Ebene, weil für diese Menschen die Themen Arbeit und Wohnen zentral waren, so reflektierte die 2. Generation ihre Situation schärfer und stellte auf einer politisch-gesellschaftlichen Ebene die Frage nach Staatsbürgerschaft, Identität und Teilhabe. Gangsta-Rap, so wie er sich in Deutschland in den letzten 15 Jahren entwickelt hat, steht für eine hybride, indirekte Form der Selbstermächtigung: Hier tauchen als Versatzstücke auch die Themen auf, die die 1. und 2. Generation beschäftigt haben, sie verkörpern sich aber eher in Haltung, Style, Sprache und Auftreten – also in ästhetischen Kategorien. Dabei ist Gangsta-Rap mehr als andere kulturelle Phänomene ein Kind der Diaspora – und zwar im wörtlichen Sinne. Die Erfahrung von Migration und Marginalisierung in der postfordistischen Gesellschaft ist konstituierend für Gangsta-Rap.

Auf ihrer Lesung präsentieren die beiden Autoren viele Texte, Bilder, Songs, Videos und Filme. Im Anschluss laden sie ihre Gäste ein, über ihre Thesen zu diskutieren.

Babak Soltani, selbst ehemaliger Rapper bei Anarchist Academy, lädt alle Interessierten zu dieser kostenlosen Veranstaltung am 17.02. in seinen HipHop-Laden dedicated ein.

DJ Olek wird für Musik sorgen.

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Nov 16 17

Vortrag

by rappe

“Genderinszenierungen im Breaking” (gemeinsam mit Frieda Frost).

Vortrag im Rahmen der Tagung

Sex, Money & Respect: Männlichkeit zwischen Gangsta- und Queerrap. Eine Hip Hop Konferenz

Fr. 08. — So. 10.12.2017

Der Körper ist zentral in der Inszenierung von Männlichkeit im Rap. Er gilt als Ausdruck von Kraft, Dominanz und Markierung von Andersartigkeit. Das Bild des Mannes im Rap ist größtenteils noch archaisch geprägt. Eine Konstruktion eines Mannes, der Grenzen zieht, sein Revier verteidigt, einen Männerbund eingeht, erfolgreich in seinem Handeln ist, der Frauen kontrolliert, Heterosexualität als Maßstab setzt und seine Männlichkeit mit seinem omnipotenten Körper in Szene setzt. Diese Männlichkeitskonstruktionen im Rap finden im Kontext einer heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft statt, die ihren Machtanspruch kulturell, politisch und auch ökonomisch legitimiert. Von daher gibt es auch Überschneidungen zwischen einer traditionell bürgerlichen Konstruktion von Männlichkeit und einer im Rap. Die Codes der Markierung ähneln sich. Gleichzeitig kommt dieses Bild von mehreren Seiten ins Wanken. Einerseits versiegen die gesellschaftlichen und ökonomischen Aufstiegsmöglichkeiten für archaische Rollenbilder, andererseits entstehen immer mehr grenzüberschreitende Rollenbilder auch im Rap, die ein traditionelles Männerbild in Frage stellen und Geschlecht neu konstruieren. In diesem Spannungsfeld zwischen traditionellen und offenen
Genderkonstruktionen im Rap entstehen Verschiebungen und Auseinandersetzungen, die irritieren und Rollen neu verhandeln.

Die Konferenz “Sex, Money & Respect” setzt an den Bruchstellen von Geschlecht und Körper im Gangster und Queerrap an und stellt die Widersprüche, Konstruktionen und Abgrenzungen von Geschlechterrollen im Rap zur Diskussion. Dabei werden sowohl der Status quo als auch mögliche Grenzverschiebungen von Rollenbildern verhandelt. Streitgespräche sollen die unterschiedlichen Vorstellungen von Gender in Bewegung bringen. Konzerte, Tanzchoreografien und eine Fotoausstellung runden die Konferenz ab.

Kuratiert von Murat Güngör und Markus Gardian.

Okt 13 17

Veröffentlichung

by rappe

„I wanna do b-boy moves, but I wanna be known as a b-girl.“ Breaking lernen als Prozess der Identitätskonstruktion (gemeinsam mit Christine Stöger).

In: Musikpädagogik und Kulturwissenschaft/Music education and cultural studies. Band 38. Hg. v. Alexander J. Cvetko/Christian Rolle. Münster, New York: Waxmann 2017, S. 137-152.

Die Musikpädagogik als Wissenschaft ist mit zahlreichen Nachbardisziplinen verknüpft. Dazu gehört auch die Kulturwissenschaft, die selbst vielfach Musik zu ihrem Forschungsgegenstand macht. Im musikpädagogischen Diskurs, in dem umgekehrt der Kulturbegriff eine bedeutende Rolle spielt, werden zunehmend häufiger kulturwissenschaftliche Impulse und Fragestellungen aufgegriffen. Diesen interdisziplinären Perspektiven widmet sich das vorliegende Buch, das zugleich einen Teil der Freisinger Tagung 2016 des Arbeitskreises für Musikpädagogische Forschung dokumentiert. In historischen, theoretischen und empirischen Untersuchungen sowie mit Bezugnahmen u.a. auf Cultural Studies, Diskursanalyse, Kulturphilosophie und Genderforschung werden Möglichkeiten und Grenzen einer kulturwissenschaftlich orientierten Musikpädagogik erkundet.

Inhaltsverzeichnis

Jul 28 17

Veröffentlichung

by rappe

„Hip-Hop”

In: Handbuch Popkultur. Hg. von Thomas Hecken & Marcus S. Kleiner. Stuttgart: J.B. Metzler 2017, S. 113-118.

Das Handbuch informiert in über 60 Beiträgen über die wichtigsten Erscheinungsformen und Diskurszusammenhänge der Popkultur. Die Beiträge widmen sich den Begriffen und Konzepten der Popkultur, der Bedeutung der Popkulturforschung in unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen sowie den Medien und Gattungen der Popkultur – vom Rock ‘n’ Roll über Soul, Punk, Techno bis hin zu Pop-Art, TV-Serien, B-Movies, Social Media u.v.a.

Mit Beiträgen u.a. von Ralf von Appen, Sonja Eismann, Dietmar Elflein, André Doehring, Jonas Engelmann, Laura Fleischer, Florian Heesch, Barbara Hornberger, Henry Keazor, Hans Nieswandt, Martin Pfleiderer, Olaf Sanders, Holger Schulze, Marcus Stiglegger, Thomas Wilke, Rainer Winter, Thorsten Wübbena.

Mai 2 17

Veröffentlichung

by rappe

„Lernen nicht aber…“ Bildungsprozesse im Breaking (gemeinsam mit Christine Stöger).

In: Kulturelle Bildung – Bildende Kultur. Schnittmengen von Bildung, Architektur und Kunst. Hg. von Gabriele Weiß. Bielefeld: transcript 2017, S. 339-354 (Wiederveröffentlichung).

Die derzeitige Forschung zu Kultureller Bildung legt die Probleme eines vermessenden Umgangs mit dem Thema offen, der zu einer Reduktion des Gegenstands führt. Dieser Band hingegen erzeugt Reibung an den Schnittstellen der Begriffe Kultur und Bildung. Er versetzt beide Begriffe in eine Unruhe, sodass neue Denkweisen aufscheinen, in denen Bildung mehr meint als eine Kompetenz zur Aneignung kultureller Gegebenheiten. Bildende Kultur versteht sich als eine Aufforderung sowohl zur kritischen Auseinandersetzung als auch zur Teilhabe.
Der Band sammelt interdisziplinäre Perspektiven im Spielfeld der Begriffe Kultur und Bildung und bezieht Formen von Kultureller Bildung in Schulen und Museen ebenso ein wie an außerschulischen Lernorten.

Inhalt/Leseprobe

Feb 17 17

Hollyhood – Hip Hop & Social Justice Filmfestival

by rappe

filmfestival07.03.-12.03.17

Hollyhood – Hip Hop & Social Justice Filmfestival im Filmmuseum Potsdam

Filme, Panels, Workshops und Events rund um das Thema Hip Hop und soziale Gerechtigkeit im Filmmuseum Potsdam

Das von Studierenden der Universität Potsdam gemeinsam mit dem Filmmuseum Potsdam organisierte Filmfestival betrachtet die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Hip Hop-Kultur und ihrer vier Kunstformen – Breaking, Rapping, DJing und Graffiti.  Die 40 Jahre junge Subkultur entstand als emanzipatorische Gegenbewegung zu sozialer, wirtschaftlicher und rassistischer Ausgrenzung. Mitunter werden im Hip Hop selbst Formen von Unterdrückung reproduziert. Es öffnen sich aber auch immer wieder neue Räume für Gegenstimmen.

Am Beispiel von Spiel- und Dokumentarfilmen wird das Thema Sexismus im Hip Hop diskutiert, der Frage »Wem gehört die Stadt« nachgegangen, und es werden Möglichkeiten zur Inklusion von Geflüchteten durch Breakdance-Projekte aufgezeigt. Des Weiteren wirft das Programm einen Blick auf politischen Hip Hop im Senegal. Konzerte, Tanz- und Sketchbattles, Partys, Filmeinführungen und Diskussionen ermöglichen den Austausch zwischen Wissenschaftler/-innen, Akteur/-innen aus der Hip Hop-Szene und dem Publikum.

Das gesamte Festivalprogramm gibt es hier.

Okt 13 16

Vortrag

by rappe

“I wanna do B-Boy moves, but I wanna be known as a B-Girl” – Breaking lernen als Prozess der Identitätskonstruktion (gemeinsam mit Christine Stöger).

Vortrag im Rahmen der Jahrestagung des AMPF 2016 vom 7. bis 9. Oktober in Freising.

Breaking steht für eine Tanzpraxis, die als Teil der Hip Hop-Kultur auf eine mittlerweile etwa 45-jährige Tradition zurückblickt. Auch wenn es sich bis heute um eine männlich dominierte ästhetische Domäne handelt, waren Frauen und Mädchen von Anfang an daran beteiligt. Ihr Blick auf die Tanz- und Lernwelt des Breaking ist der Angelpunkt für die Überlegungen in diesem Beitrag. Er beleuchtet diese sich stark selbst regulierende Praxis als Ort der dynamischen und intensiven Auseinandersetzung mit Identität. Die für die Mädchen und Frauen „laute“ Differenzdimension männlich/weiblich drängt zum Aushandeln und treibt Lernprozesse an, die sowohl den Tanzstil als auch die Person als Ganzes betreffen. Sie wird mit dem Eintritt in die Szene eröffnet und bleibt ein Thema durch die gesamte Entwicklung eines eigenen Styles.

Mai 31 16

Veröffentlichung

by rappe

“Lernen im Cypher. Die Tanzkultur des Breaking – eine Anregung für das Musizieren (gemeinsam mit Christine Stöger).”

661183In: Herzstück Musizieren. Instrumentaler Gruppenunterricht zwischen Planung und Wagnis. Hg. v. Natalia Ardila-Mantilla/Peter Röbke/Christine Stöger et al., Mainz: Schott 2016, S. 117-128.

Über das Buch:

“Wildes Lernen”: Ist dieses nur im autodidaktischen Lernen der Popmusiker oder im urwüchsigen Lernen in der musikalischen Praxisgemeinschaft der Volksmusiker zu finden?

Die Beiträge dieses Buches machen deutlich, dass sich jedes nachhaltige Lernen und somit auch jenes im Kontext von “Schule” und “Universität” durch Unberechenbarkeit, Eigensinnigkeit und Selbstbestimmung auszeichnet. Uns so kreisen die hier versammelten Aufsätze um die verschlungenen Wege des Lernens und versuchen, dessen grudsätzlich “wilde” Natur zu exemplifizieren und zu begreifen. Das Ergebnmis dieser Bemühungenkönnte sein: Selbstbescheidung der Lehrenden und Respekt vor dem Lernen ihrer Schüler sowie ein neues Verständnis von Didaktik jenseits der reinen “Lehrkunst”.

Feb 25 16

Vortrag

by rappe

“Lernen nicht, aber…” – Bildungsprozesse im Breaking

Vortrag im Rahmen der Tagung Kulturelle Bildung-Bildende Kultur der Fakultät II Bildung – Architektur – Künste der Universität Siegen vom 06.-08.04.2016.

Der UNESCO Leitfaden für Kulturelle Bildung von 2006 heißt im Englischen „Road Map of Arts Education“. Aus ehemals „ästhetischer Erziehung/Bildung“ wurde „kulturelle Bildung“ – ein Begriff, der weit gefasst auch die Populär- und Alltagskultur meint und in Richtung Wohn- und Lebensweise tendiert. Was passiert in dieser Verwandlung des Begriffs „ästhetische Bildung“ zu „kultureller Bildung“? Das Attribut „kulturell“ ist nur scheinbar eine Beifügung, welche Bildung näher bestimmen würde. Im Gegenteil, Kultur als noch viel weiterer Containerbegriff potenziert die Unbestimmtheit. Ist einerseits eine Weite und Breite der Verständnisweise von Bildung, Kultur, kultureller Bildung und bildender Kultur erwünscht, so besteht andererseits die Gefahr einer Nivellierung. Wir suchen nach diversen Konturen an der Schnittstelle der beiden Begriffe „Kultur“ und „Bildung“. Was kann der Container enthalten, auf dem diese beiden Worte in welcher Form auch immer kombiniert werden? Die Suche soll mit kritischen Reflexionen zu seinen Inhalten erfolgen, denn nicht alles, was er beinhaltet, muss notwendig bei jedem Begriffsgebrauch aufgerufen und mitgemeint sein.

CfP